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Windpark Meezen – Die Kuh ist noch nicht vom Eis

Veröffentlicht am 08.01.2018


Projektierer Nadeva Wind setzt auf Vorranggebiete in der Buckener Au-Niederung

Die Nadeva Wind GmbH aus Glücksburg, die „sich schwerpunktmäßig um die Akquise und Entwicklung von Windenergieprojekten kümmert“, hat am 29.11.2017 die Landeigentümer von Meezener Potenzialflächen zu einer Info-Veranstaltung geladen, um erste Kontakte zu Vertragspartnern zu knüpfen, obwohl der 2. Entwurf zum Regionalplan noch nicht vorliegt.

Dieser Sachverhalt war Anlass für die AWG, ein Schreiben an die Nadeva zu senden. In diesem Schreiben haben wir darauf hingewiesen,

• dass sich die Bürgerinnen und Bürger der Gemeinde Meezen per Bürgerentscheid am 11.11.2012 mehrheitlich gegen die damalige Ausweisung der Windenergieeignungsfläche 286 ausgesprochen haben,

• dass die beiden in der Buckener Au-Niederung liegenden Potenzialflächen PR2_RDE_162 und PR3_STE_009 von der Landesplanungsbehörde als Vorranggebiet für die Windenergienutzung nicht in den Regionalplanentwurf übernommen worden sind, und diese Abwägungsentscheidung mit Artenschutz, Charakteristischem Landschaftsraum und Naturpark plausibel begründet wurde,

• dass sich die betreffenden Gemeinden Meezen, Poyenberg, Grauel und Aukrug einhellig in ihren begründeten „Abwägungshilfen“ während des Abwägungsprozesses gegen eine Ausweisung als Vorranggebiet im Regionalplanentwurf ausgesprochen haben und/oder während des förmlichen Anhörungsverfahrens der Nichtausweisung ausdrücklich zugestimmt haben,

• dass der charakteristische Landschaftsraum im Naturpark Aukrug mit seiner Flora und Fauna unversehrt erhalten bleiben muss, wie dies im Landesentwicklungsplan (LEP 2010) verankert ist:



Darin ist der Kernbereich des Naturparks Aukrug kartiert als Vorbehaltsraum für Natur und Landschaft und zugleich als Entwicklungsraum für Tourismus und Erholung.

Die Meezener Flächen PR2_RDE_162 und PR3_STE_009 - Stand 06.12.2016 (1. Entwurf)


blau = abgelehnte Potenzialfläche | orange = Vorranggebiet für Windenergienutzung


Neben den Meezener Flächen hat Nadeva auch andere abgelehnte Potenzialflächen im Visier, wie z. B. die Potenzialfläche PR3_SEG_021 in Groß Rönnau (Kreis Segeberg). Die Nadeva geht davon aus, dass das Land die Flächen zur Bebauung freigibt, wenn von Seiten Nadevas entsprechende Fachgutachten vorliegen. Näheres im Artikel „Groß Rönnau - Geheimplan für elf neue Windkrafträder“ in den Kieler Nachrichten vom 16.04.2016.

Der folgende Artikel in den Lübecker Nachrichten vom 26.04.2017 gibt eine Vorstellung davon, wie Nadeva vorgeht:

Windkraft durch die Hintertür?
– Flächen in Groß Rönnau sollen offenbar in den Regionalplan – Gemeinde nicht beteiligt. –

Bad Segeberg. Es war am 6. Dezember, als das Land den neuen Entwurf des Regionalplans zum Thema Windenergie veröffentlich hat. Flächen, die zuvor als Windeignungsflächen gekennzeichnet waren, waren aus dem Plan verschwunden. Viele Gemeinden gingen davon aus, dass sich damit Windkraft auf ihrem Gebiet erledigt hätte. Das ist nicht der Fall, wie die Groß Rönnauer jetzt feststellen müssen. Sie sind von einer Planung hinter dem Rücken der Gemeinde eiskalt erwischt worden. Dass Groß Rönnau kein Einzelfall ist, glaubt nicht nur Kreisplaner Frank Hartmann.

„Ein solches Vorgehen ist nicht unüblich. Die Investoren hoffen, die Landesplaner davon überzeugen zu können, dass die Flächen, die sie sich ausgesucht haben, weniger Konfliktpotenzial bieten als andere. Die Möglichkeit, dass diese Flächen doch in den Regionalplan aufgenommen werden, ist durchaus gegeben“, sagt Hartmann. Die sogenannten Windvorrangflächen seien lediglich die Gebiete, die das Land als Flächen mit dem geringsten Konfliktpotenzial herausgefiltert habe. Die Investoren hätten natürlich ein großes Interesse daran, dass ihre Flächen in der „Rangliste“ weiter nach oben steigen.

Gar kein Verständnis hat dafür Volker Matusch aus Groß Rönnau: „Dass das nicht unterbunden wird, wundert mich.“ Er sei entsetzt darüber, dass es bereits Treffen hinter verschlossenen Türen zwischen der Windprojektfirma Nadeva Wind GmbH aus Glücksburg und den Landeigentümern gegeben habe. Auf der 112 Hektar großen Fläche entlang der L 68 in Richtung Schlamersdorf (siehe Grafik) möchte das Unternehmen bis zu elf Anlagen mit einer Höhe von jeweils 180 Metern errichten. „Bei den Treffen waren auch drei Gemeindevertreter dabei, denen in dem Gebiet ebenfalls Land gehört. Das waren geheime Treffen. So etwas ist doch nicht in Ordnung“, sagt Matusch. Das sieht Bürgermeisterin Gesche Gilenski ähnlich: „Es ist mal wieder alles an der Gemeinde vorbei eingetütet worden.“

Zum gesamten Artikel
Weiterleitung zu ln-online


Auch der Artikel „Kräftiger Gegenwind für Windkraft“ in den Lübecker Nachrichten vom 10.05.2017 über die GV-Sitzung vom 09.05.2017 gibt die Stimmung in Groß Rönnau wieder.

Laut Protokoll der GV-Sitzung vom 09.05.2017 wird vereinbart, dass die Gemeinde Groß Rönnau ein naturschutzfachliches Gutachten einholt, falls die Potenzialfläche als Vorranggebiet für die Windenergienutzung ausgewiesen werden sollte.

Wäre dies nicht auch eine Option für die Gemeinde Meezen?




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